Dienstag, 22. Juli 2014

Gib dem Frieden eine Chance


















Kriege entstehen,
wenn Intoleranz epische Ausmaße annimmt,
wenn die Gründe für Krieg mächtiger werden als die
Unantastbarkeit von Frieden.

Kriege entstehen,
wenn wir nicht mehr den Wert zu leben erkennen.
Die Staatsmänner der Welt versuchen, Frieden zu schaffen,
aber es ist keine Frage von Institutionen.
Es sind die Menschen, die Kriege anfangen.
Bevor ein Krieg auf der äußeren Ebene anfängt, beginnt er im Innern.

Der Krieg im Innern ist gefährlicher,
denn er ist ein Feuer, das niemals gelöscht zu werden vermag.
Kriege werden geführt,
weil der Frieden im Inneren nicht gefunden wird,
weil ihm nicht gestattet wird, sich zu entfalten

Wir alle suchen nach etwas,
wir mögen es Erfolg nennen, Frieden, Liebe oder Ruhe.
Es ist dasselbe.
Das, wonach wir suchen, hat viele Namen;
denn wir wissen nicht, was wir brauchen.

Um das zu finden, was wir brauchen, suchen wir umher.
Um zu wissen, wo wir das, was wir suchen, finden können,
müssen wir uns zunächst fragen, wo wir es finden können.

Haben wir erwogen, im Innern zu suchen?
Zu leben ist keine leichte Aufgabe,
besonders, wenn wir das Beste vom Leben wollen.
Wir müssen danach graben.
Graben ist nicht leicht.
Wir müssen das herausholen, was wir brauchen, und den Rest zurücklassen.
Wenn wir nach Frieden graben wollen,
müssen wir das Kostbare suchen und das wegwerfen, was nicht kostbar ist.

Das, wonach wir suchen, ist nicht außerhalb von uns.
Es ist in uns.
Es war immer dort und wird immer dort sein.
Zufriedenheit fühlt sich gut an, und das ist kein Zufall.
Es ist kein Zufall, dass Frieden zu empfinden, gut ist.
Frieden ist schon da, und er wohnt in den Herzen aller Menschen.

Frieden muss gefühlt werden.
Wir haben eine der unglaublichsten Fähigkeiten, die Fähigkeit, empfinden zu können.
Wenn wir den Frieden vor diese Kraft zu empfinden stellen, empfinden wir Frieden.
Wir sind hier, um von Dankbarkeit, Liebe und Verstehen erfüllt zu sein.

Wir tragen ein Leuchten in uns,
so hell, dass es sogar in der dunkelsten Nacht unsere Welt mit Licht erfüllen kann.
Das Licht wartet darauf, gefunden zu werden.
Frieden macht keinen Unterschied.
Es kümmert ihn nicht, ob wir reich oder arm sind oder welcher Religion wir angehören.
Es kümmert ihn nicht, in welchem Land wir leben.
Frieden wartet darauf, gefunden zu werden.
Wartet darauf, sich wieder eins zu fühlen,
nicht getrennt durch all die Belange, die unsere Leben entzweien.

Frieden ist, wenn das Herz nicht mehr zerrissen ist,
wenn das Ringen im Innern gelöst ist.
Wenn Frieden ins Herz einzieht, folgt Heiterkeit.
Liebe fließt über, ungezügelt.
Freude kann nicht mehr gebändigt werden.
Sie bricht durch, weil es richtig ist.
Das ist Frieden.

Frieden muss gefühlt werden,
Liebe muss gefühlt werden,
Wahrheit muss gefühlt werden.
Solange wir leben, wird die Sehnsucht, sich gut zu fühlen, Freude zu empfinden, immer da sein, und solange sie da ist, wird es notwendig sein, sie zu entdecken.

Leben ist eine Reise.
Wir sind Reisende im Zuge, der Leben genannt wird, und
wir leben im Augenblick, der Jetzt genannt wird.
Die Reise des Lebens ist so schön, dass sie keines Zieles bedarf.

Auf dieser Reise wurde uns ein Kompass mitgegeben.
Der Kompass ist der Durst nach Erfüllung.
Die wahre Reise des Lebens beginnt an dem Tag,
an dem wir anfangen zu suchen, unseren Durst zu stillen.
Das ist die vortrefflichste Suche.

Seit vielen Jahrhunderten gibt es eine Stimme, die ruft:
"Das, wonach du suchst, ist in dir.
Deine Wahrheit ist in dir, dein Frieden ist in dir, deine Freude ist in dir."
In unseren Herzen ist der Frieden wie
ein Same in der Wüste, der darauf wartet, zu wachsen, zu erblühen.
Wenn wir diesem Samen erlauben, im Innern zu erblühen,
dann wird Frieden außen möglich.

Wir müssen dem Frieden eine Chance geben.

Werden wir dem Frieden eine Chance geben?

Prem Rawat
India Times 25.02.03

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